Sonntag, 26. Januar 2014

Kleines Alphabet

Buchstaben werden zu Wörtern - Wörter bilden die Sätze, welche unsere Gedanken zum Ausdruck bringen (sofern wir es ehrlich meinen).



A = Arbeit: für manche (z.B. „Berufsrevolutionäre“) ein Schreckgespenst; für die meisten eine notwendige Last für ein selbstfinanziertes Leben; wird oft gleichgesetzt mit Lohnarbeit, umfasst aber auch Freizeitarbeit
B = Bildung: eigentlich immer Ziel menschlichen Strebens; heute vielfach abgewertet, da gestylte Blödheit es viel eher ins Zentrum medialen Interesses schafft;
C = Coolness: soll meist vernunftloses Verhalten verdecken; früher hieß es so, wie es war – kurz: blöd
D = Demokratie: in der Genese der Gesellschaft ein hoher Wert; jetzt meist eine Worthülse, da Machtausübung Privileg von Parteien ist; Basisdemokratie ist leider oft auch nur auf Eigennutz orientiert
E = Ehrlichkeit: zählt zu den moralischen Grundwerten der Gesellschaft; kaum jemand kommt aber ohne das Gegenteil „Lüge“ aus – im privaten Bereich besteht schnell die Gefahr der Verletzung und eines möglichen Beziehungsabbruchs; im politischen Gebrauch meist unerwünscht, da ehrliche Aussagen oftmals beim Adressaten Volk Entrüstung auslösen;
F = Friedrichshain: Stadtteil, welcher ungeheure Anziehungskraft auf „coole“ (s. C) Menschen hat;
  = Freiheit: viel beschworen (Politiker und Künstler bes.); wird oft mit sog. Freizügigkeit/Hemmungslosigkeit verwechselt; hat zwei Aspekte – frei wovon (z.B. moralischen „Ketten“) und frei wofür (neue Lebenswege zu beschreiten)
G = Gutmensch: Menschen, die anderen moralische Werte diktieren, denen sie selbst aber längst abgeschworen haben; früher: „Wasser predigen und Wein saufen“
H = heucheln: eine der „populärsten“ Überlebenstechniken der Menschen; wird primär Politikern angedichtet, dennoch von (fast) allen praktiziert; zerstört letztlich menschliche Beziehungen
I = Intelligenz: Begriff ist oft mehrdeutig gebraucht – Synonym sowohl für umfangreiches Allgemeinwissen als auch ausgeprägte Denkfähigkeiten; mediale Verdummung sorgt aber unter beiden Aspekten für Rückgang;
J = Jugend: bezeichnet meist einen Lebensabschnitt, in dem Menschen noch auf der Suche zu sich sind; behördlich: 14-25 Jahre; wird aber überschattet vom sog. Jugendwahn – Eltern laufen in den Klamotten der Kinder herum, fahren Tretroller, Stylen sich selbst mit 40+/50+ wie 20 Jährige;
K = Krieg: ist den meisten Menschen nicht mehr aus eigenem Erleben bekannt; in PC-Spielen werden die Schrecken versteckt; Politik versucht, Krieg (=Kriegseinsätze) wieder gesellschaftlich mehrheitsfähig zu „verkaufen“
L = Lehrer: Berufsgruppe, die für die Vermittlung von Wissen und Schulung der Denkfähigkeit ungeheuer wichtig ist; leider zunehmend mit sich beschäftigt – daher Abstieg in der gesellschaftlichen Wertschätzung
M =Mode: die bisher effektivste Methode der finanziellen Ausbeutung des Nachahmungstriebes;
N = Natur: gilt allgemein als Ursprung der Zivilisation/Gesellschaft; heute weitgehend als schützenswert anerkannt; nur fasst jeder andere Aspekte darunter – s. Waldsterben, Tierschutz, Verödung von Landschaften; aber auch das Vorgärtchen; die natürlichen Anlagen des Menschen werden kaum thematisiert – vermutlich, weil sie am Verkümmern sind
O = Oberflächlichkeit: ist eines der beängstigendsten Symptome unserer Zeit – man befasst sich nur noch oberflächlich mit Problemen (sei zu schwierig), weil man zu wenig Zeit habe – s. Zeitempfinden -, Oberflächlichkeit äußert sich auch bei der Partnersuche; dieses Symptom hat folgerichtig negative Auswirkungen auf alle Formen menschlicher Kommunikation;
P = Partnerschaft: der Wunsch (fast) jedes Menschen, beruflich wie privat; entspringt sowohl dem Wunsch gegenseitiger Hilfe und Unterstützung wie auch dem Austausch von Gefühlen (privat); private Partnerschaft mit zunehmendem Alter schwieriger aufzubauen, trotz meist günstiger sozialer und erfahrungsmäßiger Voraussetzungen;
Q =
R = Recht: muss immer stärker das amoralische Verhalten – das Bekenntnis zu moralischen Werten führt längst nicht zu moralischem Verhalten – ausgleichen bzw. sanktionieren; der Ruf nach Strafe – als Teil des Rechts – ist immer öfter zu hören, von der Justiz scheinbar oft ungehört
S = Selbstbewusstsein: sich seiner geistigen wie körperlichen Fähigkeiten wie auch seiner Äußerlichkeit bewusst sein und basierend auf diesem Wissen der Umwelt gegenüber treten; war in der Genese der Menschheit wichtig für den Fortbestand, aber auch für die Auswahl der Besten; heute oftmals nur mit Äußerlichkeiten vorgeschützt;
T = Toleranz: die gegenseitige Akzeptanz der Andersartigkeit im Denken und Verhalten; wird meist von denen eingefordert, die dieses Handlungsprinzip nicht realisieren, weil Ideologie ihr Verhalten steuert;
U = Unterhaltung: sollte ursprünglich für den “inneren Ausstieg” aus dem Stress des Alltags sorgen; heute nur noch Konsumieren von seichten Fernsehserien und banalen Klatschmagazinen (wozu auch Talk-Shows gerechnet werden müssen); eine Unterhaltung im Sinne von Kommunikation mit Freunden/Bekannten muss dagegen ankämpfen
V = Verantwortung: ist mit der Übernahme von Pflichten verbunden und schließt daher auch das Risiko des Scheiterns ein; zunehmend ist eine Ablehnung der Verantwortung im Falle des Scheiterns auszumachen -  Eltern kommen ihrer Verantwortung zur Erziehung ihrer Kinder nicht nach; Politiker weisen jegliche Verantwortung für Versagen in ihrem Zuständigkeitsbereich von sich;  . . .
W = Wissenschaft: ist die theoretische Basis für die Fortentwicklung der Gesellschaft; hat das Problem, ihre Nützlichkeit (vor allem Grundlagenforschung) permanent nachweisen zu müssen; Sozialwissenschaften sind meist zum Diener von Parteien und deren Ideologie mutiert – s. Umfragen;
X = Xanthippe: heiratete den wesentlich älteren Sokrates, welcher aber auch nach der Familiengründung sein Singleleben nicht aufgeben wollte – was zu lautstarken Tiraden Xanthippes geführt haben soll und ihren “Ruf” begründete;
Y =
Z = Zeitempfinden: Ist den meisten Menschen verloren gegangen – Beispiel: nur noch wenige Menschen können ihr Schritttempo einschätzen; ähnlich die Zeiteinteilung des Tages, die leider bei manchen vom TV-Programm bestimmt wird.

Sonntag, 19. Januar 2014

Grüne Ahnungslosigkeit?

„Kreuzbergs Bürgermeisterin tastet sich durchs Neuland“ – so war am 17. Januar 2014 in der „Berliner Zeitung“ zu lesen. Im Kern ging es darum: „Am vergangenen Sonntag verlinkte sie einen Artikel von Indymedia, darin rufen linke Gruppen dazu auf, Protestmärsche von Kreuzberg an den Kurfürstendamm zu verlegen.
Man muss sich schon fragen, ob eine politische Amtsträgerin so von Ahnungslosigkeit triefen kann, dass sie nicht weiß, dass indymedia.org das Organ der gewaltbereiten „Linken“ ist. Will sie mit diesen Bürgern auf Schmusekurs gehen? Immerhin bilden diese „Linken“ ja ihre Fangruppe im Streit um die Räumung des Oranienplatzes. Gegen dessen gewaltsame Räumung sie ja Sturm läuft. 
Notfalls mit Hilfe der gewaltbereiten (!) „Linken“.